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Die Lagerung des Weines
Lagerung
Trotz der allgemein zu beobachtenden Tendenz der Weinmacher, möglichst frühzeitig trinkreife Weine zu erzeugen, gewinnen viele Qualitätsweine durch die Flaschenlagerung im Keller. Massenware und kleinpreisige Markenweine verbessern sich durch Lagerung nur unwesentlich und höchstens über einen Zeitraum von 6 bis 18 Monaten.
Immerhin sollte man sich dessen bewusst sein, dass ein durch die sehr intensive Arbeit eines erfahrenen Winzers erzeugter Wein unmöglich nur wenige Euro kosten kann, sicher nicht weniger als fünf Euro. Ein Winzer umschreitet jeden seiner Weinstöcke pro Jahr rund hundert Mal.
Das ist für weniger als fünf Euro nicht zu leisten.
Allerdings: Selbst viele Bordeauxweine der Klasse eins Cru Bourgeois gewinnen höchstens während einer Flaschenlagerung von 5 bis 8 Jahren hinzu. Nur ausgesprochene Spitzengewächse erreichen oft erst nach
15 bis 20 Jahren ihren optimalen Entwicklungszeitpunkt.
Wie der Name Weinkeller bereits impliziert, ist der ideale Aufbewahrungsort ein abgedunkelter, kühler Raum unterhalb des Erdgeschosses. Die Flaschen sollten immer liegend gelagert werden, damit der Korken feucht gehalten wird. Einzige Ausnahme hiervon ist der Madeirawein, der stehend gelagert werden soll. Die Weine sollten frei von Erschütterungen gelagert werden.
Wichtig ist, dass der Aufbewahrungsort belüftet wird,
da ein leichter Luftzug einer Pilz- und Fäulnisbildung des Korken entgegenwirkt.
Temperatur Bei Madeira- oder Portwein verzichtet man auch heute noch auf ein Etikett,
da es während einer langen Lagerung Schaden nehmen könnte.
Die optimale Lagerungstemperatur liegt bei 10 bis 13 °C. Dieser Wert wird jedoch in den seltensten Fällen eingehalten und meist überschritten. Der in Bezug zur optimalen Temperatur höhere Wert (typischerweise 13 – 15 °C) bewirkt lediglich eine etwas schnellere Reifung der Weine und kann durchaus gewollt sein, wenn man sehr junge Weine mit großem Lagerpotential wie zum Beispiel Grand Cru Weine aus dem Bordeaux oder Jahrgangsportweine binnen
12 bis 15 Jahren mit Genuss trinken möchte. Auch die Gastronomie nutzt diesen Effekt, um die Weine nicht zu lange lagern zu müssen. Die optimalen Bedingungen sind lediglich bei alten und sehr alten Gewächsen unabdingbar.
Temperaturschwankungen
Problematischer als die absolute Lagertemperatur sind Temperaturschwankungen. Der Lagerraum sollte eine möglichst konstante Temperatur aufweisen. Eine ständige Abwechslung von Erwärmung und Abkühlung wie zum Beispiel zwischen Tag und Nacht
wirkt sich auch auf die Qualität des Weines negativ aus. Durch Temperaturschwankungen entstehen Volumenänderungen des Weins in der Flasche, so dass es über den Korken zu gesteigertem Gasaustausch kommt. Je häufiger Flaschen solchen Schwankungen ausgesetzt sind, umso mehr Sauerstoff steht zur Oxydation des Weins zur Verfügung und führt somit zu einer beschleunigten Alterung.
Die langjährigen Erfahrungen der Weinbauern belegen hingegen, dass jahreszeitliche Schwankungen von 5 Grad oder auch etwas mehr durchaus akzeptabel sind und kaum negative Auswirkungen auf den Wein zeigen.
Luftfeuchtigkeit
Werden Weinflaschen mit Naturkorken verschlossen, sollte die Luftfeuchtigkeit am Aufbewahrungsort bei mindestens 60 % liegen, damit der Korken nicht austrocknet. Zu hohe Luftfeuchtigkeit konnte in der Vergangenheit dazu führen, dass das Etikett schimmelte oder sich ablöste. Dies ist der Grund, warum Jahrgangsportweine und entsprechende Madeiraweine nicht mit einem Etikett versehen werden. Die relevanten Informationen werden direkt auf das Glas der Flasche aufgedruckt. Darüber hinaus versehen Spitzenweingüter den Korken mit dem Jahrgang und dem Namen des Weinguts.
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